Zahnimplantologie

Zahnimplantologie

Zahnimplantologie als effektiver Zahnersatz

Auch in jungen Jahren können Zähne verloren gehen, natürlicherweise beim Zahnwechsel oder zum Beispiel durch Unfälle. Zwei Sätze von natürlichen Zähnen stehen dem Menschen im Laufe seines Lebens zur Verfügung: die Milchzähne und die bleibenden Zähne. Beide sind schon vor der Geburt im Kiefer angelegt. Bis der letzte bleibende Zahn durchgebrochen ist, vergehen rund zwei Jahrzehnte. Mitunter sind einzelne Zähne auch gar nicht erst angelegt und fehlen daher. Die Therapie erfolgt dann in vielen Fällen durch Zahnimplantate, die vereinfacht gesagt fehlende natürliche Zähne ersetzen.

Im mittleren Lebensalter führen vor allem Zahnbetterkrankungen (auch Parodontitis genannt) oder Karies zum Verlust von Zähnen. Bei der Parodontitis handelt es sich um eine bakteriell bedingte Entzündung, bei der es bereits zu einer weitgehend irreversiblen Zerstörung von Teilen des Zahnhalteapparates gekommen ist. Parodontitis fasst man heute als Entzündungserkrankung auf. Karies ist eine durch den Stoffwechsel von Bakterien verursachte Erkrankung der Zähne. Bestimmte Bakterien heften sich in der Mundhöhle aneinander, kommunizieren miteinander und bilden Netzwerke. Sie produzieren eine klebrige Substanz, die sich als Belag auf den Zähnen festsetzt.

Das Implantat ist keinesfalls der bessere Zahn, aber es kann Situationen geben, in denen es ratsam ist, einen gefährdeten Zahn zu opfern, um das Knochenangebot zu erhalten und eine wesentlich bessere Ausgangssituation für eine geplante Implantation zu bewahren. Für herkömmliche Brücken mussten dann häufig gesunde Nachbarzähne beschliffen werden, weil sie als Pfeiler benötigt werden. So geht wertvolle Zahnsubstanz verloren. Hier sind Implantate die schonendere Lösung und dienen damit dem Erhalt der eigenen Zähne. Keine Altersgrenze. Bei Senioren sind Zahnbetterkrankungen (Parodontitis) die häufigste Ursache für Zahnverlust und Knochenschwund. Ist die Parodontitis geheilt und unter Kontrolle, sind Implantate ebenfalls sinnvoll. Sie lassen sich selbst dann noch einpflanzen, wenn die Zähne bereits viele Jahre zuvor gezogen wurden. Eine Altersgrenze nach oben gibt es nicht – vorausgesetzt der gesundheitliche Allgemeinzustand des Patienten erlaubt einen chirurgischen Eingriff.

Zähne erfüllen vielfältige Funktionen. Primär sind sie für die Nahrungszerkleinerung verantwortlich und tragen zur Sprachbildung bei. Zähne dienen aber auch dem Erhalt des Kieferknochens und sind ein wesentlicher Bestandteil eines harmonischen Gesichtsausdrucks. Gesunde und schöne Zähne bedeuten Lebensqualität und beeinflussen unser gesamtes Selbstwertgefühl und unser Auftreten. Seit einigen Jahren halten in der Zahnmedizin und vor allem in der Zahntechnik die digitalen Verfahren Einzug. Mit einer speziellen Software kann der Zahntechniker den Zahnersatz digital konstruieren. Der dabei entstehende Datensatz wird von einer Fräsmaschine in Zahnersatz umgesetzt aus dem Material der Wahl: Composite, Keramiken und sogar Metall.

Wer ist für ein Zahnimplantat geeignet?

Im Grunde ist jeder gesunde Mensch für das Einsetzen eines Zahnimplantats geeignet. Lediglich Kinder und Jugendliche sind die Ausnahme, da die Wachstumsphase abgeschlossen sein muss. Ein Hindernis kann jedoch auch fehlendes Knochenmaterial im Kiefer darstellen. Ist dies der Fall, gibt es die Möglichkeit dieses Defizit durch Eigenknochentransplantation oder die Anregung der Knochenneuanlage auszugleichen, um eine geeignete Grundlage für ein Zahnimplantat zu schaffen. Aber auch Krankheiten, wie beispielsweise ausgeprägte Stoffwechselerkrankungen, Leber-, Nieren-, Blut und Knochenleiden, oder Parodontitis gefährden den Operationserfolg. Deshalb ist besonders wichtig, den persönlichen Gesundheitsstatus im Vorfeld mit dem behandelnden Arzt abzuklären. Eine Parodontitis beispielsweise muss vor dem Eingriff unbedingt erfolgreich therapiert werden, damit das Zahnfleisch entzündungsfrei ist und das Implantat ohne Komplikationen eingesetzt werden kann. Vorsicht geboten ist auch bei erhöhtem Nikotin- und Alkoholkonsum, da diese Komponenten den natürlichen Wundheilungsprozess stören und damit den Behandlungserfolg gefährden. Anzumerken ist schlussendlich, dass auch das beste Implantat nicht von Dauer ist, wenn nicht auf eine gute Mundhygiene geachtet wird. Die Mundhygiene ist eine der Grundvoraussetzungen für den langfristigen und nachhaltigen Erfolg der Implantologie. Künstliche Zahnkronen bekommen keine Karies, und eine künstliche Zahnkrone aus Titan kann sich nicht entzünden. Man könnte also meinen, dass Zahnimplantate Pflegefehler eher verzeihen als die eigenen Zähne. Doch das ist falsch. Zahnimplantate brauchen sogar eine intensivere Betreuung wie natürliche Zähne. Die Implantattherapie ist also nicht zu Ende, sobald der endgültige Zahnersatz eingegliedert ist. Eine systematische Nachsorge durch das Zahnpflegeprogramm und die professionelle Zahnreinigung in der zahnärztlichen Praxis ist – neben einer guten häuslichen Mundhygiene – ein entscheidender Bestandteil der Implantattherapie und die beste Investition in die Lebensdauer der Implantate.

Was sind die Vorteile eines Zahnimplantats?

Natürlich gibt es neben einem festen Zahnimplantat auch viele andere Möglichkeiten eine Zahnlücke zu schließen. Doch keine hat so viele Vorteile, wie das Implantat. Ein qualitativ hochwertiges Zahnimplantat, von professioneller Hand eingesetzt, erhält nicht nur die restliche Zahnsubstanz, und stellt die Ästhetik wieder her, sondern schützt auch vor Über- und Fehlbelastung des Kiefers bzw. der Zähne. Darüber hinaus gibt das Implantat die physiologischen Reize des Kauprozesses, wie ein gesunder Zahn, an den Kieferknochen weiter, was zu dessen Erhalt unbedingt notwendig ist.

Das Implantat im Mund verhält sich wie ein eigener Zahn, wodurch ein natürliches, angenehmes Gefühl erzeugt wird, die tägliche Mundhygiene erleichtert wird und Essen und Lachen endlich wieder ohne Vorsicht möglich sind! Mit schönen Zähnen fällt nicht nur ein Lächeln sehr viel leichter. Funktionstüchtige und schöne Zähne spielen auch bei der Lebensqualität eine wichtige Rolle. Sprechen, Essen und Lachen – wer dies unbeschwert tun will, muss sich auf seine Zähne verlassen können, auch und gerade wenn es die „Dritten“ sind. Zahnersatz sollte genauso gut funktionieren wie die eigenen Zähne, mindestens so gut aussehen und möglichst nicht zu erkennen sein. Mit herkömmlichen Methoden lässt sich dieser Wunsch jedoch nicht immer erfüllen. Moderne Zahnimplantate sind dann eine Alternative und eine komfortable Lösung. Auch für empfindliche Personen ist das Implantat die beste Lösung, da die verwendeten Materialen gut verträglich und biokompatibel sind. Deshalb treten nach dem Einsatz eines hochwertigen Implantats kaum allergische Reaktionen oder Unverträglichkeiten auf. 

Wie läuft das Einsetzen eines Implantats ab? 

Unser Team setzt besonders auf die Kommunikation zwischen Patient, Arzt und Zahntechniker. Individuelle Risikofaktoren und Komplikationen werden abgewogen und der Patient wird über den Ablauf der Behandlung von der Diagnostik bis hin zum Einsetzen der neuen Zähne aufgeklärt. Auf diese Weise kann er sich gut informiert und vorbereitet in unsere Hände begeben und es wird sichergestellt, dass das darauffolgende Ergebnis seinen Vorstellungen entspricht. Um ein bestmögliches Therapieergebnis zu gewährleisten, stimmen wir die verschiedenen Komponenten aufeinander ab und beziehen die Zahntechnik bereits sehr früh in die Planung mit ein. 

Die Implantattherapie erfolgt in fünf Schritten: Zunächst wird die Diagnose gestellt, darauf folgen die Vorbehandlung und die Implantation. In einem vierten Schritt wird die Eingliederung des Zahnersatzes vorgenommen. Um den Therapieerfolg zu erhalten, gehört auch die Nachsorge zur Implantatbehandlung und es muss eine angemessene Pflege des Implantats folgen. Die Implantation wird in der Regel ambulant und schmerzfrei unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Auf Wunsch des Patienten können auch andere moderne Anästhesiemethoden angewandt werden. 

Der chirurgische Eingriff sollte so schonend wie möglich erfolgen. Die Schleimhaut wird nach einer örtlichen Betäubung mit einem kleinen Schnitt über dem Kieferknochen eröffnet (siehe Bild 1). In vielen Fällen legt der Zahnarzt eine Orientierungsschablone auf, die am Ort der Implantation eine Öffnung für den Bohrer hat. 

Mit einem sogenannten Rosenbohrer wird zunächst die oberste Knochenschicht vorsichtig angebohrt. In mehreren Schritten wird das „Implantatbett“ mit mehreren Spiralbohrern vorbereitet. Das Implantat wird danach in das vorbereitete „Implantatbett“ vorsichtig hineingedreht. Das Implantat sitzt jetzt im Kieferknochen und der Schnitt im Zahnfleisch wird wieder fein vernäht. Jetzt kann die Einheilphase beginnen (2 - 6 Monate), in der das Implantat mit dem Knochen verwächst. Bei Bedarf trägt der Patient während dieser Phase bis zum endgültigen Einbringen des Zahnersatzes ein Provisorium. 

Nach der Einheilung wird das Zahnfleisch auf die künftige Behandlung vorbereitet. Bei einer geschlossenen Einheilung wurde das Implantat bei dem chirurgischen Eingriff mit einer Deckschraube verschlossen, die vor dem Wundverschluss eingedreht wurde (siehe Bild 2). Nun wird das Zahnfleisch über dem Implantat erneut geöffnet und der sogenannte Abformpfosten eingedreht, um den Abdruck für den Zahnersatz zu nehmen (siehe Bild 3). Ein kleiner Zahnfleischformer wird bis zur Fertigstellung auf das bereits verwachsene Implantat gesetzt. Am Ende der Therapie wird der Implantataufbau (Abutment) im Implantatkörper verankert und die künstliche Zahnkrone darauf befestigt (siehe Bild 4).

 

 

Was ist nach der Operation zu beachten?

Solange die Betäubung noch anhält, sollte weder getrunken noch gegessen werden. Zur Vermeidung von Nachblutungen am OP-Tag darf kein Kaffee, kein schwarzer Tee oder Alkohol getrunken werden. Auch einige Tage nach dem Eingriff muss der Patient darauf achten, die operierte Region nicht zu stark zu beanspruchen. Es können durchaus auch Schwellungen und leichte Schmerzen auftreten. Mitgegebene oder verschriebene Schmerzmittel und Kühlung können hier Abhilfe schaffen. Schwere körperliche Anstrengung, Sport oder Sauna sollten vermieden werden. Unterstützend können auch antiseptische Mundspülungen benutzt werden, um Entzündungen vorzubeugen. Zudem ist es, selbst wenn der Patient keinerlei Beschwerden hat, von größter Wichtigkeit, dass die Nachsorgetermine zuverlässig eingehalten werden.

Welche Risiken können beim Einsetzen eines Zahnimplantats auftreten?

Kein operativer Eingriff ist frei von Risiken. Auch während des Einsetzens der Zahnimplantate kann es zu Komplikationen kommen. Möglich sind Probleme bei der Wundheilung oder beispielsweise allergische Reaktionen auf das Anästhetikum. Normal dagegen sind Schwellungen und leichte Schmerzen. 

Wie hoch sind die Kosten eines Zahnimplantats?

Generell gilt: Die Kosten für eine Implantatversorgung hängen vom Einzelfall ab – von der Zahl der Implantate ebenso wie vom Implantat-Typ und vom Schwierigkeitsgrad des Eingriffs. Patienten müssen pro Implantat zwischen 1800 und 3000 Euro investieren. Darin enthalten sind außer dem Implantat inklusive aller Materialkosten auch Arzthonorare, Röntgendiagnostik und der Zahnersatz. Falls ein Knochenaufbau oder zusätzliche operative Maßnahmen notwendig sind, kommen weitere Kosten hinzu.

In der Kostenfrage beraten wir Sie individuell und erstellen vor Beginn der Behandlung in jedem Fall einen Heil- und Kostenplan, je nach spezifischer Ausgangslage und Anzahl der zu ersetzenden Zähne.

Sollten Sie sich für Implantate in unserer Praxis interessieren, informieren wir Sie gerne! Frau Dr. Wagner als Spezialistin für Zahnimplantate berät Sie gern persönlich. Kontaktieren Sie uns telefonisch, oder vereinbaren Sie einen unverbindlichen Beratungstermin in unserer Praxis. 

 

Knochenaufbau bei Zahnimplantaten

Was sind die Ursachen von Knochenverlust? 

Knochenverlust kann unterschiedliche Gründe haben. Häufig führen Entzündungen des Zahnfleisches durch eine bakterielle Plaque zu einem Verlust des Knochens (Parodontitis). Auch eine tiefergehende Karies mit einer Wurzelentzündung und darauffolgend einer Entzündung im Bereich der Wurzelspitze eines Zahnes kann zum Knochenverlust führen. Als zahnerhaltende chirurgische Maßnahme hat sich in solchen Fällen eine Wurzelspitzenresektion des betroffenen Zahnes bewährt. Hierbei werden die Spitze der Wurzel sowie die im Knochen befindliche Entzündung entfernt. Häufig tritt nach einer Wurzelspitzenresektion jedoch keine völlige Ausheilung des Knochens ein, sodass ein knöcherner Defekt zurückbleibt. Auch bei einer sachgerechten Zahnentfernung kann es zu massiven Schädigungen bzw. Substanzverlusten des zahntragenden Kieferknochens kommen. Eine weitere Grund für den Verlust von Zähnen und dem Verlust des zahntragenden Kieferknochens  sind Unfälle unterschiedlichster Ursachen. Ebenso führt Zahnlosigkeit über einen Nichtgebrauch des Kieferknochens in der betreffenden Region zu einem Abbau desselben. Dieser Abbau kann durch schlecht sitzende Prothesen verstärkt werden. Um die natürlichen Zahnreihen oder ein Implantat stabil zu verankern, ist eine ausreichende Menge an Knochenmasse erforderlich. Sie spielt ebenfalls für die Funktion der Zähne und die Ästhetik eine große Rolle. 

Wann ist ein Knochenaufbau notwendig?

Es gibt Knochendefekte, die den sicheren Halt eines Implantats nicht gewährleisten können, weil ein angemessenes Knochenlager, in welches das Implantat einheilen könnte, nicht gegeben ist.

In solchen Fällen muss vor einer Implantation zunächst der Knochendefekt saniert werden, das heißt, es muss Knochen gewonnen beziehungsweise aufgebaut werden. Auch hier stehen mehrere Behandlungsalternativen zur Verfügung. Ein stabiler und fester Kieferknochen ist für den Halt der natürlichen Zähne oder eines Implantats von großer Bedeutung. Es besteht sonst die Gefahr des Zahnverlustes oder eines nicht ausreichenden Halts des Implantats. Grundsätzlich gilt, dass für Implantate ein gewisses Mindestangebot an Kieferknochen vorhanden sein muss. Fehlt es, so ist ein Aufbau des Knochens unumgänglich. 

Wie läuft ein Knochenaufbau ab? 

Für einen Knochenaufbau im Ober- oder Unterkiefer stehen dem Chirurgen unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung. Kleinere Defekte werden bei der Implantation mit Knochenspänen aufgefüllt, die beim Vorbereiten des Implantatbettes anfallen. Bei größeren Defekten wird patienteneigenes Gewebe aus den hinteren Abschnitten des Ober- und Unterkiefers in den geschrumpften vorderen Bereich transplantiert, damit ein Implantat verankert werden kann. Ebenso kommen Knochenersatzmaterialien alleine oder in Kombination mit Eigenknochen zum Einsatz. Kleinere Eingriffe sind ambulant und unter örtlicher Betäubung möglich. Ein zu schmaler Kieferkamm lässt sich durch spezielle Techniken dehnen. Ebenso gibt es Verfahren, um einen zu „weichen“ Knochen im Oberkiefer „fester“ zu machen. Probleme können Implantationen im Oberkiefer bereiten, wenn die Patienten seitliche Backen- und Mahlzähne verloren haben. In solchen Fällen dehnt sich die Kieferhöhle nach unten aus, und der Kieferkamm wird zu dünn für die Aufnahme von Implantaten. Dann hilft ein sogenannter Sinus-Lift ( Sinus=Kieferhöhle).

 

Knochenersatzmaterial

Welche Ersatzmaterialien werden eingesetzt? 

Wenn ein geschrumpfter Kieferknochen aufgebaut werden muss, gilt körpereigener Knochen als Goldstandard. Oft wird bei kleineren Defekten körpereigene Knochensubstanz mit Knochenersatzmaterial gemischt. Dies soll als Strukturgeber das Einwachsen von Knochenzellen erleichtern und deren Wachstum fördern. Auf diesem Gebiet arbeiten viele Forschergruppen. In einigen Bereichen der Medizin kommen Stammzellen bereits zum Einsatz. Das sind Vorläuferzellen im Körper, die sich -  je nach Ursprungsort – zu verschiedenen Zellarten entwickeln können. In der Zahnmedizin laufen Versuche, aus Stammzellen Gewebe des Zahnbetts zu züchten und mit Stammzellen das Einheilen von Implantaten zu beschleunigen. Aber der Zahn aus der Retorte lässt noch auf sich warten. Heute haben wir als Möglichkeiten des Knochenersatzes den Einsatz von Eigenknochen, von Membranen, von knochenbildenden Substanzen und von Knochenersatzmaterialien.

Welche Vor- und Nachteile haben die verschiedenen Materialien?

Synthetische Knochenersatzmaterialien werden aus Keramiken oder aus bioaktiven Gläsern produziert. Sie bestehen aus einem feinen Granulat und eignen sich durch ihre geringe Stabilität für den Einsatz bei kleinen Kieferdefekten. Bei der Verwendung von natürlichen Knochenersatzmaterialien aus tierischen Bestandteilen müssen die Medizinprodukte in einem Konformitätsbewertungsverfahren vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zertifiziert sein. Diese natürlichen Knochenersatzmaterialien sind ebenfalls zum Auffüllen von kleinen Defekten im Kieferknochen geeignet. Alternativ können sie als Beimischung zu einer körpereigenen Knochenmasse verwendet werden. Körpereigener Knochen kann auch außerhalb der Mundhöhle entnommen werden z.B. aus dem Beckenkamm, häufig aber nur unter stationären Bedingungen. Die mit einem Zweiteingriff verbundenen Nachteile und evtl. eintretenden zusätzlichen Komplikationen müssen in Kauf genommen werden.

 

Sinuslift

Was versteht man unter einem Sinus-Lift (extern/intern)?

Der Sinuslift, auch Sinusbodenelevation genannt, wird zum Aufbau von fehlendem Knochen im Oberkiefer genutzt. Bei dem Eingriff hebt der Zahnarzt den Kieferhöhlenboden an. Er löst dabei vorsichtig die Schleimhaut der Kieferhöhle und drängt sie nach oben. Den entstehenden Hohlraum zwischen der Schleimhaut und dem Rest des Kieferkamms füllt er mit patienteneigenem Knochen oder mit Knochenersatzmaterial auf. Möglich ist dies durch einen Eingriff von der Seite her oder minimalinvasiv bei der Implantation. 

Bei einem externen Sinuslift muss der Zahnarzt ein seitliches Knochenfenster in der Nasennebenhöhle anlegen. Durch dieses Fenster wird der künstliche Knochen unter die Haut in die Nebenhöhle gelegt. So ist auch ein Aufbau von Knochenmasse im größeren Stil möglich. Bei einem internen Sinuslift wird der künstliche Knochen durch die Bohrstollen des Implantats gesetzt. Danach wird das Implantat direkt in die Bohrung geschraubt, um den Knochenaufbau zu verschließen. 

Wie läuft ein Sinuslift ab? 

Der so genannte interne Sinuslift eignet sich nur bei Restknochenhöhen von mehr als sechs Millimetern. Bei dieser Operationsmethode wird auf einen zweiten Zugang über ein Knochenfenster zur Kieferhöhle im Mundvorhof verzichtet. Über das spätere Implantatlager wird die Schleimhaut vorsichtig vom Kieferhöhlenboden gelöst, und ein Zwischenraum zwischen Kieferhöhlenboden und Kieferhöhlenschleimhaut wird präpariert. Der so gewonnene Hohlraum wird mit Knochenersatzmaterial oder Eigenknochen gefüllt. Anschließend wird das Implantat eingesetzt und der Operationszugang verschlossen. Der Vorteil dieser Vorgehensweise besteht in der geringeren Traumatisierung des Operationsgebietes. Ihr Nachteil liegt darin, dass die Kieferhöhlenschleimhaut während der Operation nicht eingesehen werden kann.

Ein Sinuslift mit seitlichem Fenster und gleichzeitiger Implantation wir bei einer Restknochenhöhe von mindestens 5 Millimetern im Bereich des späteren Implantatlagers durchgeführt. Im Unterschied zum internen Sinuslift wird bei dieser Operationsmethode ein zusätzliches kleines Knochenfenster zum seitlichen Teil der Kieferhöhle angelegt. Über diesen Zugang wird die Kieferhöhlenschleimhaut vom Kieferhöhlenboden frei präpariert und ein Defekt geschaffen, in den Knochenersatzmaterial und / oder Eigenknochen eingelagert wird. Der große Vorteil besteht hierbei darin, dass der Operateur unter Sicht arbeiten kann. Anschließend können die Implantate in den Kieferknochen eingesetzt werden, da sie bedingt durch durch das noch ausreichende Knochenangebot stabil im Kiefer zu verankern sind.

Der Sinuslift mit seitlichem Fenster und späterer Implantation im zweizeitigen Verfahren findet bei einer Restknochenhöhe von weniger als vier bis fünf Millimetern Anwendung. Man spricht von einem zweizeitigen Verfahren, weil zunächst in einem ersten Schritt die Sinusliftoperation mit dem Knochenaufbau erfolgt. Die Implantate sind zu diesem Zeitpunkt noch nicht sicher genug im Kiefer zu befestigen. Der transplantierte Knochen heilt zunächst in seiner neuen Umgebung vier bis sechs Monate ungestört ein. Erst dann werden die Implantate in das neue Knochenlager eingesetzt. Die Einheilzeit der Implantate beträgt wiederum ca. vier bis sechs Monate. Nun erfolgt deren Freilegung und prothetische Versorgung.

 

Minimalinvasive Implantattechniken 

Wünschen Sie sich eine Implantatversorgung, die möglichst schonend vonstattengeht und Sie in Ihrem Alltag kaum einschränkt, so bieten wir bei entsprechender Befundlage minimalinvasive Implantattechniken (Techniken, die zwecks Zugang zum Operationsfeld und der chirurgischen Behandlung selbst auf minimale Weise Gewebe verletzen) an.

Die Eignung minimalinvasiver Implantattechniken kann in Abhängigkeit vom individuellen Patienten und dessen Befundsituation variieren.

Prinzipien und Vorteile minimalinvasiver Implantattechniken?

Im Gegensatz zu herkömmlichen Operationstechniken zwecks Implantateinbringung in den Kiefer verzichten minimalinvasive Implantattechniken auf eine chirurgische Schnittführung im Operationsbereich. Für Implantate benötigte Eingangspunkte erzielen wir mithilfe einer Schleimhautstanze oder (im Falle von zum Einsatz kommenden Mini-Implantaten) durch eine implantatgestützte Zahnfleischdurchbohrung. Bei der Anwendung minimalinvasiver Techniken versorgen wir den behandelten Kieferbereich unmittelbar mit einem festsitzenden Provisorium. Nach kurzer Zeit ersetzen wir dieses Provisorium durch den eigentlichen Zahnersatz. Nicht jede Implantatform kann auf minimalinvasive Weise eingebracht werden – entsprechende Implantattechniken erfordern spezielle Implantatvarianten, die sich unter anderem durch einen vergleichsweise geringen Durchmesser auszeichnen.

Im Vergleich zu klassischen Methoden der Implantateinbringung gehen minimalinvasive Techniken mit diversen Vorzügen einher. So beschränkt sich der einzuplanende Behandlungsaufwand in der Regel auf einen einzelnen Operationstermin. Die Entscheidung für eine minimalinvasive Implantattechnik geht mit einem reduzierten Risiko für das Auftreten postoperativer Wundschmerzen und/oder Entzündungen einher. Darüber hinaus trägt die entsprechende Technik zu einer Schonung von Knochenhaut und Zahnfleisch bei. Im Allgemeinen verlaufen Eingriffe auf Basis minimalinvasiver Implantattechniken für Sie als Patient nicht nur rascher, sondern auch schmerzfreier als eine Implantatversorgung auf klassischem Wege.

 

Interessieren Sie sich für unsere Behandlungsangebote im Bereich minimalinvasiver Implantattechniken und möchten Sie erfahren, ob Sie hinsichtlich Ihrer individuellen Befundlage von entsprechenden Techniken profitieren können, begrüßen wir Sie gerne zu einem persönlichen Beratungsgespräch. Hierzu erreichen Sie uns über unser Kontaktformular oder telefonisch unter 07031 22 00 77Wir sind Ihr Zahnarzt und Kieferorthopäde in Böblingen. 

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